BEL2 nachgefragt! Kafka’s Messetagebuch - Highlights fiberdays

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Gerhard Kafka arbeitet als freier Fachjournalist für Telekommunikation in Egling bei München

Bevor ich einige besondere Anziehungspunkte der fiberdays kurz beschreibe, möchte ich auf einen interessanten und lesenswerten Beitrag von Rechtsanwalt Frank Thiele verweisen, der hier im Nachgang zu der Veranstaltung veröffentlicht wurde: https://www.linkedin.com/pulse/du-bist-nicht-allein-nur-die-deutsche-glasfaser-der-krise-thiele-twzie/

 

Erstmals auf den fiberdays vertreten war das FTTH INHOUSE LAB, organisiert von kskdigital in Kooperation mit dem BREKO sowie einem zugehörigen Vortragsprogramm auf dem benachbarten Netzebene-4-Forum. Gezeigt wurde ein begehbares Mehrfamilienhaus, das Lösungen für die Glasfaser-Gebäudeverkabelung unmittelbar erlebbar macht. Als Partner waren mit dabei: Corning Optical Communications, TKI mbH, Huawei, Folsgaard DACH, TKF (BV Twentsche Kabelfabriek), Netceed, gabocom, OMELCOM - DE, Dura-Line, EXFO, Wifirst, ACOME, KWS Electronic Test Equipment GmbH, Opternus und Hensel Brandschutzsysteme.

Die Besucher bekamen einen Praxiseinblick in den Glasfaserausbau vom Keller bis in jede Wohnung. Die damit verbundenen Prozesse wurden in optimierten und skalierbaren Abläufen dargestellt. Praktisch wurden Lösungen für jeden Leitungsweg und Netzabschnitt präsentiert. Dargestellt wurden die insgesamt fünf verschiedenen Leitungswege für den Glasfaseranschluss bis in jede Wohnung, in Fachkreisen als Steiger bekannt: Leerrohr-Steiger durch Nutzung vorhandener Ressourcen, Schornstein- und Versorgungsschacht-Steiger, Treppenhaus-Steiger mit dem Fokus auf Brandschutz, Wohnungs-Steiger als direkter vertikaler Weg und Fassaden-Steiger als Außenlösung. Neben den eigentlichen NE4-Lösungen wurden auch solche für die NE5 (FTTR) gezeigt.

 

Stefan Kühne, Geschäftsführer kskdigital fasste zusammen: „Die Resonanz war schlichtweg überwältigend. Es erfüllt uns mit Stolz, zu sehen, wie unser Konzept aufgeht. Wir durften unzählige, super spannende Fachgespräche führen. Der Austausch war intensiv, ehrlich und zukunftsorientiert. Danke an jeden Einzelnen, der sich die Zeit genommen hat, bei uns einzutauchen. Ein besonderer Dank gilt unseren starken Messepartnern. Dass ihr eure Produktvielfalt direkt bei uns auf dem Stand präsentiert habt, hat das Inhouse Lab erst zu diesem lebendigen Erlebnis gemacht. Das ist echte Partnerschaft. Durch die perfekte Symbiose aus dem Live-Erlebnis im Lab und dem NE4-Forum mit spannenden Fachvorträgen haben wir den Besuchern ein umfassendes 360-Grad-Paket an NE4-Fachinformationen geliefert.“ Zu sehen war ferner Messtechnik, mit der die Qualität einer Gebäudeverkabelung dokumentiert werden kann. Ebenfalls gezeigt wurden Beispiele für die detaillierte Dokumentation der gesamten Glasfaser-Infrastruktur.

Hochwertige Glasfasernetze brauchen bestens ausgebildete Fachkräfte und genormte Produkte. Genau deshalb unterstützten die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (VDE ITG) und die DKE (German Commission for Electrical, Electronic & Information Technologies) auch in diesem Jahr wieder den Fibercup. Neben VDE und dem Gigabitbüro des Bundes haben 22 weitere Firmen diese Live-Aktion unterstützt. Beim Fibercup drehte sich alles um Präzision und Qualität: Die besten Glasfaser‑Spleißer traten gegeneinander an und zeigten vor Publikum, was professionellen Netzausbau ausmacht. Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wurde der Wettbewerb mit Teilnehmern aus sechs Nationen nun europaweit in sechs Gruppen zu jeweils vier Teilnehmern an beiden Veranstaltungstagen ausgetragen. Die Teilnehmer konnten durch lösen von vorgegebenen Aufgaben wertvolle Punkte sammeln. Insgesamt konnten 70 Punkte gesammelt werden.

Die Qualität der jeweiligen Spleiße wurde diesmal durch bidirektionale Messungen berechnet. Zuletzt kämpften vier Finalisten um den Sieg. Die Siegerehrung brachte folgendes Ergebnis: Den undankbaren vierten Platz erreichte Christoph Noga, Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH mit 55 Punkten. Dritter wurde Dovydas Razanauskas, Circet Deutschland SE mit 60 Punkten. 62,5 Punkte erreichte der Zweite Ferhat Gözyuman, Stadtwerke Heidelberg und Europameister wurde Markus Karasch, Stadtwerke Heidelberg mit sagenhaften 69 Punkten.

 

Das NE4-Forum auf den fiberdays 26 war auch in diesem Jahr ein Anziehungspunkt und bot eine zentrale Plattform für den intensiven Austausch über die Zukunft der Gebäudeinfrastruktur. Von rechtlichen Einordnungen der TKG-Novelle über innovative Ansätze wie den „Digitalen Zwilling“ im Inhouse-Ausbau bis hin zu Automatisierungslösungen – die Bandbreite der Themen hat gezeigt, wie dynamisch sich der Sektor Gebäudenetze entwickelt. Die NE4 war auch ein vieldiskutiertes Thema auf der Bühne des Gigabitbüros des Bundes. Hier ging es u.a. um die Frage: „Warum ist der Ausbau der NE4 so kompliziert?“ Der Grund dafür liege im Interessenskonflikt der Beteiligten: Eigentümer, Telekommunikationsunternehmen und Dritte. Diese hätten jeweils ihre eigenen Modelle entwickelt.

Und dazu sei noch die Hürde der Genehmigungen zu nehmen. Dies erfolge zumeist in drei Schritten: Beschlüsse der Eigentümer, Angebote und Durchführung sowie Verlegung. Das Materialkonzept sehe hier vier Fasern je Wohneinheit vor. Dafür stünden die im FTTH Inhouse Lab gezeigten fünf Steiger zur Verfügung. Und anschließend könnte ja auch noch die NE5 (Wohnungsnetz) bedient werden. Dafür böten sich als Infrastruktur an: Koaxialkabel, WLAN, Kupferkabel CAT7 und FTTR. Dazu bereite das Gigabitbüro entsprechendes Unterstützungsmaterial und ein White Paper vor. Der NE4 Bauprozess selbst bestünde aus sechs Phasen: Vorbereitung, Erkundung, Planung, Kommunikation, Bau und Dokumentation sowie Qualitätssicherung. Als Verbesserungspotenziale wurden u.a. genannt: 3D-Scanner für die NE4 und vorkonfektionierte Kabel als Alternative zu Spleißen. Ein gut ausgebildeter Techniker schaffe somit 8 bis 10 Wohnungen pro Tag. Ein detailliertes Abnahmeprotokoll schließe den erfolgreichen NE4-Ausbau ab.